Pressemitteilungen

2018

Gehölzpflegearbeiten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht am Vorsee der Förmitztalsperre

Beginnend im Dezember werden die Bäume und Gehölze rund um den Vorsee der Förmitz-talsperre einem weiter reichenden Rückschnitt unterzogen. Der ungestörten Gehölzent-wicklung, die als naturnaher Lebensraum eigentlich hochwertig ist, steht die Verkehrs-sicherungspflicht des Wasserwirtschaftsamtes Hof für die staatseigenen Wege und Grundstücke entgegen.

An Bäumen werden vor allem Entlastungsschnitte in den Kronen sowie die Entnahme abgestorbener Äste erforderlich. Gehölze werden mit Verjüngungsschnitten eingekürzt. Diese Arbeiten werden von einer Fachfirma durchgeführt. Sie erfolgen in Absprache und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

Allerdings garantieren auch Unterhaltungsmaßnahmen keine absolute Sicherheit. Bei Windstärken über 20 km/h oder gar Sturm sollte Einen der gesunde Menschenverstand vor dem Betreten oder Befahren baumbestandener Bereiche zurückhalten.

Die an der Wetterstation Förmitztalsperre erfassten Daten und Windgeschwindigkeiten sind jederzeit aktuell im Internet abrufbar (www.wwa-ho.bayern.de).

Für den Durchführungszeitraum bis Ende Februar 2019 müssen aus Sicherheitsgründen einzelne Bereiche gesperrt werden. Das Wasserwirtschaftsamt Hof bittet hierfür um Verständnis.

Guter Zustand für die Selbitz -
Wasserwirtschaftsamt stellt Maßnahmenprogramm vor

Die Selbitz ist auf ihrer gesamten Länge von Wüstenselbitz bis zur Mündung in die Saale bei Blankenstein durch vielfältige Nutzungen und Umgestaltungen aus der Vergangenheit geprägt. Nach einer Zustandsbewertung auf Grundlage der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) weist sie derzeit einen mäßigen ökologischen Zustand auf. Um einen von der WRRL geforderten guten ökologischen Zustand zu erreichen, wurden Maßnahmen für die Selbitz erarbeitet. Das Wasserwirtschaftsamt Hof lädt alle Interessenten zu einer Informations- und Diskussionsrunde

am Mittwoch, 24. Oktober 2018 um 19.00 Uhr
im Schloss Schauenstein
Schlossplatz 1
95197 Schauenstein
ein.

Bei der Veranstaltung erläutern Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und des Planungsbüros ÖKON GmbH, Bayreuth, die Anforderungen der WRRL, Ergebnisse der Bestandsaufnahme und mögliche Umgestaltungsmaßnahmen, die in einem Umsetzungs-konzept zusammengefasst sind.

An der Selbitz befinden sich zehn Querbauwerke und 25 Schwellen, die Wanderhindernisse für die Fische darstellen. Abschnittsweise ist das Gewässer begradigt. Mit den geplanten Maßnahmen soll die Strukturvielfalt erhöht und der Lebensraum für zahlreiche Arten in der Selbitz verbessert werden. Querbauwerke sollen durchgängig gestaltet werden, um Fischen die Passierbarkeit zu ermöglichen.

Informationen zum Planungsstand finden sie hier
Umsetzungskonzept 5_F032 Selbitz (ENTWURF)

Neuvermessungen von Querprofilen

Von September bis Dezember 2018 werden an den Gewässern Weißer Main und Schorgast (Landkreise Bayreuth und Kulmbach) Neuvermessungen von Querprofilen durch ein Vermessungsbüro durchgeführt. Dies betrifft den Weißen Main von Flusskilometer 38,2 (bei Goldkronach) bis zu seinem Zusammenfluss mit dem Roten Main (bei Melkendorf) und die Schorgast von Flusskilometer 12,6 (Einmündung des Koserbachs in Wirsberg) bis zu ihrer Einmündung in den Weißen Main (bei Kauerndorf).

Vermessungen erfassen langfristige Veränderungen des Gewässerbettes. Dazu werden entlang der Flussachse in regelmäßigen Abständen Querprofile mit der Geometrie und Struktur von Flusssohle und Uferbereichen erstellt. Die Punkte zur Erstellung eines Querprofils sind im Gelände markiert und ermöglichen die wiederholte Datenerhebung an der gleichen Position.
Außerdem wird das Wasserwirtschaftsamt die Flusseinteilungszeichen, wie Höhenfestpunktsteine oder –bolzen, in regelmäßigem Abstand von 200 Metern vervollständigen und mittels Holz- oder Eisenpflöcken kennzeichnen. Dies gibt das Bayerische Wassergesetz Art. 25, Abs. 2 vor.

Wir bitten die betroffenen Anlieger um Verständnis. Bei Fragen können sie sich gerne an uns wenden.

Gewässer verbinden
2 Landkreise – 12 Gemeinden

In Waischenfeld unterzeichneten am 18. Juli 2018 zwölf Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof eine Vereinbarung für die Zukunft ihrer Gewässer.
Gemeinsames Ziel ist 170 km Flüsse und Bäche naturnäher zu gestalten.

Nur noch wenige Flüsse in Bayern befinden sich in einem annähernd naturnahen Zustand. Um das Wasser als eine der wichtigsten Lebensgrundlagen zu schützen, wurde in der Europäischen Union die Wasserrahmen-richtlinie eingeführt. Diese hat das Ziel, die Gewässer Europas wieder in einen guten Zustand zu bringen.

Dies gilt auch für die Wiesent mit ihren Nebengewässern von Püttlach, Ailsbach, Aufsess über Zeubach, Truppach, Lochau, Kainach bis zum Schwalbach.

Nachdem Wasser nicht an Gemeinde- und auch nicht an Landkreisgrenzen Halt macht, vereinbarten die Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet der Wiesent und das Wasserwirtschaftsamt Hof gemeinsam ein sogenanntes Umsetzungskonzept zu erstellen. Hierin werden Maßnahmen aufgezeigt, wie der Lebens-raum in den Bächen und Flüssen für Tiere und Pflanzen in den nächsten Jahren verbessert werden kann.

Denkbare Maßnahmen sind solche, die die Struktur (variierende Gewässerbreiten, Fließtiefen und Fließgeschwindigkeiten) verbessern. Dazu können zum Beispiel Störsteine oder Totholz in den Gewässerlauf eingebaut werden. Weitere Maßnahmen, wie das Herstellen der Durchgängigkeit an Abstürzen oder Wehranlagen u.a. durch Umgehungs-gewässer, ermöglichen Fischen wieder das Wandern. Auch Uferrandstreifen sind sinnvoll, um den Nährstoffeintrag ins Gewässer zu vermindern.

Da ein großer Teil der Gewässer in staatlicher Zuständigkeit liegt, erstellt das Wasser-wirtschaftsamt Hof das Umsetzungskonzept für das ganze Einzugsgebiet, also auch für die kleinen Bäche, die in kommunaler Zuständigkeit liegen. Die Kosten für dieses Projekt übernimmt der Freistaat Bayern.
Sobald ein gemeinsamer Entwurf mit den 12 Kommunen erstellt ist, wird dieser mit der Öffentlichkeit diskutiert und weiterentwickelt.

Informationskampagne 2018: Unterhaltung an Grenzgewässern ist eine hoheitliche Aufgabe

Gewässer wurden gerne zur Festlegung von Grenzen hergenommen, sei es für Grundstücke, Landkreise, Bundesländer oder Staaten. Trotzdem kann das Gewässer ganz oder bis zur Mitte zu einem privaten Grundstück gehören.

Für Grundstücksbesitzer oder Pächter an der Staatsgrenze zur Tschechischen Republik gilt dabei jedoch, dass sie keinerlei Veränderungen am Gewässer vornehmen dürfen. Anderswo übliche Unterhaltungsmaßnahmen wie Entschlammen, Reparieren von Uferanbrüchen oder die Anpassung von Böschungen sind ihnen nicht gestattet.

Der 1995 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik geschlossene Grenzgewässervertrag legt fest, dass alle wasserwirtschaftlichen und ökologischen Maßnahmen vorher zwischen beiden Staaten abzustimmen sind. Das Bayerische Wassergesetz überträgt die Zuständigkeit für die Grenzgewässer deshalb an die staatlichen Wasserwirtschaftsämter. Regelmäßig finden Begehungen der Grenzgewässer statt, bei denen bayerische und tschechische Fachleute den Zustand der Gewässer und das Vorhandensein von Grenzzeichen prüfen.

Wenn Grundstücksbesitzer oder Pächter eine Unterhaltungsmaßnahme für erforderlich halten, wäre eine Mitteilung an das zuständige Wasserwirtschaftsamt richtig, um das betreffende Gewässer in den Begehungsplan aufzunehmen. Kleine Maßnahmen kann das Wasserwirtschaftsamt nach der Begehung manchmal gleich erledigen. Ansonsten erstellt es die detaillierten Planungsunterlagen, die zur Abstimmung mit der tschechischen Seite erforderlich sind.

Unbefugte Unterhaltungsmaßnahmen sind rechtliche Verstöße und können entsprechende Strafen nach sich ziehen. Ist eine Wiederherstellung des Gewässerzustandes erforderlich, erfolgt sie durch das Wasserwirtschaftsamt und kann für den Verursacher mit Inrechnung-stellung der Kosten verbunden sein. Außerdem muss eine amtliche Vermessung des Grenzgewässers erfolgen, deren Ergebnis mit dem Grenzurkundenwerk abgeglichen wird.

Interessantes über die Flussperlmuschel im Dreiländereck

Das Foyer des Bayerischen Landesamtes für Umwelt in der Hofer Hans-Högn-Straße 12 beherbergt in diesem Jahr zahlreiche umweltbezogene Ausstellungen.
Vom 10. April bis zum 18. Mai 2018 gibt es „Die Flussperlmuschel – Ein Tier von höchstem Wert im Dreiländereck Bayern – Böhmen – Sachsen“ zu sehen.
Die Medien und die interessierte Öffentlichkeit sind zu deren Eröffnung am 10. April 2018 um 11.00 Uhr herzlich eingeladen.

Die bis zu 15 Zentimeter große Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) ist ein besonderer bayerischer Artenschatz. Bayern beherbergt im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald die größten Vorkommen dieser bedrohten Art in Mitteleuropa.
Interessantes über die Lebensgrundlagen, Bedrohung und Maßnahmen zum Schutz der Flussperlmuschel vermittelt die von der Sächsischen Landesstiftung Natur konzipierte Wanderausstellung.
Auch die wunderschöne Verarbeitung des Perlmutts für Kunst, Schmuck und Gebrauchs-gegenstände darf bestaunt werden. Die historischen Exponate entstammen der privaten Sammlung von Nanne Wienands und Udo Benker-Wienands.

Das Wasserwirtschaftsamt Hof nutzt den Tag der Ausstellungseröffnung zu einem Arbeits-gespräch mit Wissenschaftlern und Akteuren zum Start eines neuen Schutzprojektes. Bis Mitte 2020 sollen die auf bayerischem Gebiet betriebenen Fischteiche, die von Perl-muschelbächen gespeist werden und deren Überläufe dort wieder münden, genauer untersucht werden. Welche Nutzungsformen vorliegen, wie sich diese auf die Muschel-gewässer auswirken und welche wasser-rechtlichen Schlussfolgerungen sich ergeben, wird im Rahmen des vom Bayerischen Umwelt- und Landwirtschafts-ministerium geförderten Projektes festgestellt. „Das ist ein Einfluss-faktor, über den wir bisher nicht genügend wissen. Wir müssen die Teichbesitzer gezielt beraten, wie in diesem sensiblen Gebiet die Fischzucht und der Schutz der Flussperl-muschel nebeneinander funktionieren können.“ sagt Projektleiter Dr. Martin Mörtl vom Wasserwirtschaftsamt Hof.