Deutsch-tschechisches Kooperationsprojekt 2018-2021

Maßnahmen an Kössein und Röslau zur Minderung des Quecksilbereintrages in den Stausee Skalka, CZ

Das Wasserwirtschaftsamt Hof ist Leadpartner in einem grenzüberschreitenden Projekt, das zum Großteil aus Mitteln des EFRE-Fonds finanziert wird.
Die Wasserwirtschaftsverwaltungen beider Länder wollen damit die Lösungsmöglichkeiten zur Reduzierung der Verfrachtung von Quecksilber aus einer bereits sanierten Altlast in Bayern in den tschechischen Eger-Stausee Skalka konkretisieren.
Diese Altlast befand sich in Marktredwitz, wo aus der ehemaligen Chemischen Fabrik im Lauf von zwei Jahrhunderten große Mengen von Quecksilber entwichen waren. Über rund 7 Fließkilometer in der Kössein und weitere 13 Fließkilometer in der Röslau gelangte das Quecksilber in die Eger und außerdem bei Hochwasser in die Talauen.
Eine Studie aus dem Jahr 2011 hatte bereits die Schwerpunkte der in den Talauen von Kössein und Röslau noch vorhandenen Quecksilberablagerungen aufgezeigt und zahlreiche Varianten ermittelt, deren Mobilisierung zu verhindern.

Nun will die bayerische Seite einen Maßnahmenplan aufstellen, welche der Varianten am effektivsten und wegen zahlreicher Einschränkungen vor Ort überhaupt durchführbar ist.
Die tschechische Seite stellt in einer Risikoanalyse zusammen, welche Auswirkungen das im Stausee Skalka im Sediment abgelagerte Quecksilber auf das Gewässer und seine Nutzungen hat.

Projektaktivitäten 2018

Die Projektkosten werden zu 85 Prozent von der Europäischen Union gefördert. Bei Gesamtkosten von fast 249.000 Euro entfallen auf den bayerischen Projektanteil rund 180.000 Euro und den tschechischen Projektanteil rund 32.000 Euro Förderung. Die bayerische Wasserwirtschaftsverwaltung wird anhand der Projektergebnisse über die Folgemaßnahmen entscheiden und weitere Investitionen im Gewässerausbau tätigen.

Der betreffende Abschnitt der Röslau wurde von einem Fachbüro auf Vorkommen der Bachmuschel (Unio crassus) untersucht. Vorkommen dieser geschützten Tierart würden sich auf die möglichen Maßnahmen auswirken. Die Untersuchung brachte keine Funde zutage, aber verdeutlichte den langfristigen Handlungsbedarf zur Verminderung der Sohl- und Ufererosion.
Die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Ingenieurleistungen zum Maßnahmenkonzept sind angelaufen.