Wasserwirtschaftsamt
Hof

Wir:

90 Jahre Wasserwirtschaftsamt Hof


Als am 4. Oktober 1920 ein Kulturbauamt vom Bayerischen Staatsministerium des Innern und für Landwirtschaft in der Stadt Hof errichtet wurde, war es der Wunsch der Staatsregierung, kulturtechnische Aufgaben von München in den Flächenstaat Bayern auszudehnen.
Mit 7 Bediensteten nahm das Kulturbauamt am 4. Oktober 1920 in der Hofer Sophienstraße seinen Dienst auf.

Die wachsenden Industriebetriebe an der Saale verlangten nach sicheren Ufern und so war die erste große Herausforderung für das Kulturbauamt Hof, den Hochwasserschutz an der Saale mit einer Flussregulierung zu verbessern.

Die Saaleregulierung 1925
+ Die Saaleregulierung mit Blick auf die Lessingbrücke

Heute nach 90 Jahren ist der Hochwasserschutz wieder eine der dringlichsten Aufgaben, da durch die Klimaveränderung extreme Wetterlagen zu schnellen und verheerenden Hochwässern führen können. Der Freistaat Bayern hat deshalb allein im Landkreis Hof in den letzten Jahren mehr als 10 Mio.Euro in Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz investiert.

Die landwirtschaftliche Expansion machte es in den 1940-iger Jahren erforderlich durch Entwässerungssysteme und Bachregulierungen mehr Land zu gewinnen. Diese Meliorations-programme, die als Flurbereinigungen noch bis in die 1980-iger Jahre fortgesetzt wurden, brachten für die Landwirtschaft zwar eine bessere Bewirtschaftung der Felder und einen weitverzweigten Wegebau, vernichteten aber viele Kleinbiotope. Das hat man erkannt und begann deshalb in den 1990-igern durch Renaturierung naturnahe Landschaftsräume im Einklang mit der Landwirtschaft wiederherzustellen.

In den 1960-iger Jahren wurde mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Textil- und Lederindustrie die Verschmutzung der Gewässer immer schlimmer. Nicht nur die Saale stank förmlich zum Himmel. So kam zu den Aufgaben des Wasserwirtschaftsamtes in jener Zeit auch der Gewässerschutz, für den es den Kommunen Beratung und finanzielle Unterstützung des Freistaates Bayern anbieten konnte. Die Einrichtung der technischen Gewässeraufsicht, inklusive Betrieb eines chemisch-physikalischen Laboratoriums, ergänzten den neuen Aufgabenbereich. Das Wasserwirtschaftsamt war inzwischen in die Ludwigstraße 7 umgezogen.

In Hof wurde mit dem Bau des Hauptsammlers des Abwasserzweckverbandes Saale und den Anschlüssen der Verbandsgemeinden an die neu errichtete Kläranlage in Hof Abhilfe geschaffen. Heute sind fast 130 000 Einwohner an dieses verzweigte System angeschlossen.

Blick auf die Kläranlage der Stadt Hof
+ Blick auf die Kläranlage der Stadt Hof

Nach der Bayerischen Gebietsreform von 1972 betreute das Wasserwirtschaftsamt Hof die Landkreise Coburg und Kronach, sowie die Stadt Coburg, während der Landkreis Wunsiedel dem Wasserwirtschaftsamt Bayreuth zugeordnet wurde.
In dieser Zeit war das Wasserwirtschaftsamt Hof für die Errichtung der Großprojekte Trinkwassertalsperre Mauthaus, Förmitztalsperre bei Schwarzenbach/Saale,Untreusee bei Hof und Froschgrundsee bei Coburg zuständig.
Damit entstand im nördlichen Oberfranken eine Seenplatte, die den Freizeitwert dieser Region nachhaltig steigerte und das Wasserwirtschaftsamt Hof zum Amt mit den größten Bauaktivitäten der Zeit machte.

Im Jahr 1995 wechselte das WWA nochmals seine Adresse und bezog das ehemalige Hofer Finanzamt in der Jahnstraße 4 , das dafür seit 1991 saniert und umgebaut wurde.

Wasserwirtschaftsamt Hof in der Jahnstraße 4
+ Wasserwirtschaftsamt Hof in der Jahnstraße 4

2006 war es die neue bayerische Verwaltungsreform, die das Amtsgebiet des WWA Hof wieder veränderte. Die Zustandigkeit für die Landkreise Coburg und Kronach, sowie die Stadt Coburg wurde an das neue Wasserwirtschaftsamt Kronach abgegeben und die Landkreise Bayreuth, Kulmbach und Wunsiedel, sowie die Stadt Bayreuth eingegliedert. Heute bestehen neben dem Sitz des Wasserwirtschaftsamts in Hof noch die Stützpunkte der Flussmeisterstellen in Bayreuth und an der Förmitztalsperre.

Von 1999 bis Ende 2010 war das Projekt Technologietransfer Wasser (TTW) im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums am Wasserwirtschaftsamt Hof angesiedelt. Über 10 Jahre leistete das WWA in diesem Projekt tatkräftige Unterstützung und konnte in dieser Zeit sein Know-How aus der wasserwirtschaftlichen Praxis mit vielen internationalen Fachbesuchern teilen.

TTW Preisträger 2009
+ Das TTW unter den Preisträgern 2009 im Wettbewerb „Verwaltung als Partner der Wirtschaft“