Hochwasserschutzmaßnahmen Bayreuth

Der Rote Main verursachte schon immer Hochwasserschäden in der Bayreuther Innenstadt. Ab 1915 wurde der Fluss deshalb in mehreren Bauabschnitten begradigt und mit einem Trapezprofil zu einem Hochwassergerinne umgestaltet.
Außerdem durchquert ein historischer Mühlkanal die Stadt, der in den 1970er Jahren größtenteils verrohrt wurde.
Die beiden Profile können 90 m³/s Wasser gefahrlos ableiten. Bei höheren Abflüssen wird der Sicherheitsabstand zu Brückenunterkanten und Ufermauern (Freibord) unterschritten und es besteht Überflutungsgefahr.

Eisbildung im Roten Main Bild vergrössern Ein zusätzliches Problem ist in den Wintermonaten die Eisbildung im Profil des Roten Mains und im Mühlkanal. Das Eis verdrängt Abflussvolumen und kann zusätzlichen Aufstau vor Brücken verursachen. Deshalb muss es beseitigt werden.

Moderne Vermessung und zweidimensionale Modellierung erlauben die genau Darstellung von Hochwassergefahren. Als Bemessungshochwasser für Schutzmaßnahmen gilt der Abfluss mit 100-jährlicher Wiederkehrswahrscheinlichkeit plus 15 Prozent Klimazuschlag. Dies sind hier 172,5 m³/s.

Bemessungshochwassers ohne Schutzmaßnahmen Bild vergrössern Die Grafik zeigt die wahrscheinliche Ausbreitung des Bemessungshochwassers ohne Schutzmaßnahmen

Wesentliches Element des Hochwasserschutzes ist es, das Hochwasser in der Flussaue vor der Stadt zurückzuhalten und den Hochwasserabfluss steuerbar zu machen. Außerdem war das zur Ausleitung des Mühlkanals an der Friedrich-Ebert-Brücke vorhandene Wehr ein Wanderhindernis für Fische und andere Gewässerlebewesen. Mit dem Neubau der so genannten Einschöpfung an einer weiter flussauf gelegenen Stelle konnte beiden Anforderungen entsprochen werden. Entsprechend der genehmigten Planung begann ab Dezember 2008 der Neubau der Stauanlage und die Errichtung des daran angepassten Hochwasserrückhaltebeckens in der heutigen Wilhelminenaue.
Diese Schutzanlage kann zwar eine Hochwasserspitze „kappen“, bietet aber noch keinen ausreichenden Schutz.
In einem Raumordnungsverfahren wurden deshalb die Standorte weiterer fünf Hochwasserrückhaltebecken an den Zuflüssen des Roten Mains untersucht. Nur im Zusammenspiel mehrerer Rückhalteräume lässt sich Hochwasser so vor der Stadt zurückhalten, dass keine Überflutungsgefahr mehr besteht. Im Planungsprozess wird sich zeigen, ob dazu auch drei Beckenstandorte ausreichend sind.